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Pestizide, Pflanzenschutzmittel, Biozide, Landwirtschaft

Umweltrat: Biologische Vielfalt besser vor Pestiziden schützen!

Die landwirtschaftliche Verwendung von Pflanzenschutzmitteln wie Insektiziden, Herbiziden und Fungiziden ist nach Ansicht des Sachverständigenrates eine wichtige Ursache für den weiterhin anhaltenden Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft. Besonders betroffen seien unter anderem Feldvögel, Wildbienen und Hummeln, Amphibien und Wildkräuter. "Dabei können Pflanzen und Tiere direkt geschädigt werden, zum Beispiel in Form von Vergiftungen. Es gibt aber auch indirekte Wirkungen, indem beispielsweise der Lebensraum bestimmter Arten oder deren Nahrungsgrundlagen beeinträchtigt werden", heißt es in dem Gutachten. Auch die Belastung der Gewässer mit Pestiziden führe zu einem Rückgang der Artenvielfalt.

Zulassungsverfahren optimieren, Monitoring verbessern

Obwohl die Pestizide vor ihrer Zulassung bereits umfangreich geprüft würden, sieht der Umweltrat hier Verbesserungsbedarf. Das Gremium empfiehlt, die Wirkung auf besonders empfindliche Arten besser zu untersuchen und bei der Einzelzulassung auch die Wechselwirkungen gleichzeitig verwendeter Pestizide stärker zu berücksichtigen. Dringenden Handlungsbedarf sieht der Umweltrat außerdem im Monitoring. Welche Auswirkungen einzelne Produkte langfristig auf die Biodiversität hätten, werde bisher nicht genügend untersucht.

Abgabe und Ausgleichsflächen

Um die Auswirkungen von Pestiziden auf die Biodiversität zu verringern, empfiehlt der Sachverständigenrat unter anderem eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel, deren Höhe je nach Risikopotenzial des entsprechenden Pestizids variiert. Von der Abgabe erhofft der Rat sich eine Lenkungswirkung. Die Abgabe solle vor allem finanzielle Mittel für ein flächendeckendes Monitoring generieren.

Als weitere Maßnahme für den Erhalt der Biologischen Vielfalt fordert der Rat die Schaffung von Refugien und Pufferzonen, in denen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen. Solche Pufferzonen könnten zum Beispiel Gewässerrandstreifen und Blühstreifen an Feldrändern sein. Zu prüfen sei, ob das Anlegen solcher Flächen bei einer Anwendung von Pestiziden zur Auflage gemacht werden könne.

Zum Download des Umweltgutachtens 2016 (Kurzfassung) geht es hier:

Studie des Sachverständigenrates für Umweltfragen (Kurzfassung)