Bundesamt für Naturschutz

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Dialogforum "Biotopverbund" erfolgreich beendet

Rund 150 Teilnehmer aus Politik und Gesellschaft diskutierten am 3. und 4. November 2010 im Rahmen einer Fachtagung im Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn über das Thema „Biotopverbund“. Sie unterstrichen, dass die Vernetzung von Lebensräumen von zentraler Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist, insbesondere angesichts der aufgrund der Klimaerwärmung erwarteten Verschiebung der Ökosysteme.

Zur Eröffnung rief die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser, dazu auf, die zunehmende Isolierung der Rückzugsgebiete von Tieren und Pflanzen zu überwinden.

„In unserer dicht besiedelten Landschaft werden naturnahe Lebensräume immer weiter auf inselartige Restbestände zurück gedrängt. Das schränkt ökologische und genetische Austauschprozesse zunehmend ein. Wir brauchen daher dringend die Vernetzung der ökologisch wertvollen Gebiete in einem wirksamen Verbundsystem, auch über die Grenzen von Bundesländern hinweg“, sagte sie.

In Deutschland sind etwa ein Drittel aller Tierarten und etwa ein Viertel aller Pflanzenarten gefährdet. Drei Viertel der natürlichen und naturnahen Lebensräume gelten als bedroht. Ein Grund für den fortschreitenden Biodiversitätsverlust ist der anhaltende Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrszwecke und die daraus resultierende Verinselung naturnaher Lebensräume. „Neben der Sicherung ökologisch wertvoller Flächen in Schutzgebieten kommt daher der Errichtung eines funktionalen und zusammenhängenden Biotopverbunds eine zentrale Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu“, so Heinen-Esser weiter.

Zentrales Ziel des gemeinsam vom Bundesumweltministerium (BMU) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) ausgerichteten Dialogforums war es, die Bedeutung des Biotopverbunds für die Umsetzung der Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) stärker in die Diskussion bringen. Insbesondere sollte der Blick auf die Notwendigkeit eines Biotopverbundes auch außerhalb von Schutzgebieten gelenkt werden und bei Akteuren, die in Ländern und Kommunen mit raumrelevanten Planungen und konkreten Naturschutzmaßnahmen befasst sind, bekannt gemacht werden.

Im Rahmen der Fachtagung wurden aktuelle Biotopverbundkonzepte auf verschiedenen Planungsebenen vorgestellt und anhand konkreter Umsetzungsbeispiele aus den Ländern und Kommunen Möglichkeiten zur Realisierung des Biotopverbunds in der Landschaft ausgelotet. In diesem Zusammenhang wurde auch der Aspekt des Verbundbedarfs großer Säugetiere thematisiert.

Das Dialogforum Biotopverbund ist Teil eines breiten Dialogprozesses mit verschiedenen Akteursgruppen zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Diese, 2007 von der Bundesregierung beschlossene Strategie, bildet den Kern der Naturschutzpolitik in Deutschland. Sie definiert rund 330 Ziele und benennt rund 430 Maßnahmen, die nach einem konkreten Zeitplan erreicht werden sollen. Sie ist eine Strategie der ganzen Bundesregierung, mit deren Umsetzung der Rückgang der biologischen Vielfalt aufgehalten und eine Trendwende erreicht werden soll. (Quelle: BfN)

Programm des Dialogforums

Radiobeitrag von Radio Bremen zum Dialogforum

 

 

Letzte Änderung: 05.11.2010

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