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Allen Unkenrufen zum Trotz


Gelbbauchunke im Laichhabitat. Foto: Hans Schwaiger
Gelbbauchunke im Laichhabitat. Foto: Hans Schwaiger
Kiesgrube mit Reproduktion der Gelbbauchunke im Schlammabsatzbecken. Foto: Dr. Andreas Zahn
Kiesgrube mit Reproduktion der Gelbbauchunke im Schlammabsatzbecken. Foto: Dr. Andreas Zahn
Suhlende Wasserbüffel halten als "Biobagger" Kleingewässer offen und legen neue Tümpel an. Foto: Dr. Andreas Zahn
Suhlende Wasserbüffel halten als "Biobagger" Kleingewässer offen und legen neue Tümpel an. Foto: Dr. Andreas Zahn

Die Gelbbauchunke gehört zu den Verantwortungsarten Deutschlands. Sie ist bundesweit stark gefährdet; selbst in ihren Kernarealen in Bayern sind die Bestände stark rückgängig, die Populationen zunehmend isoliert. Gründe hierfür sind der Verlust von nur zeitweilig Wasser führenden (ephemeren) Gewässern als Laichhabitate sowie die zunehmende Zerschneidung der Landschaft. Auch sind die Unke und ihre Gefährdung der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt. So werden Kleingewässer, die temporär durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung entstehen, von der Bevölkerung oft nicht als wichtiger Lebensraum wahrgenommen.

Zwar gibt es bereits regionale Einzelaktionen zur Erhaltung der Gelbbauchunke. Das Projekt will aber wegen der Dringlichkeit ein übergreifendes, großangelegtes Schutzprogramm aufziehen, um den Schutz der Verantwortungsart und ihrer Habitate selbstverständlich ins alltägliche Handeln der Menschen zu integrieren. Die Erkenntnisse aus dem Vorhaben lassen sich auf weitere Vorkommen der Gelbbauchunke ausweiten.

Innovativer Ansatz zur Arterhaltung

Kennzeichen des Projektgebiets sind das Nebeneinander verschiedener Laichgewässer (Abbaustellen, „Biotoptumpel“, Fahrspuren etc.) und Sommerlebensräume (naturnahe Wälder, Abbaustellen, Sukzessionsflächen etc.). Die geplanten Maßnahmen im Projektgebiet umfassen z. B. Beweidungskonzepte, Auendynamisierung, das Schaffen bzw. Tolerieren von Kleingewässern, neuen Trittsteinbiotopen und Wanderkorridoren (Brachestreifen, ungenutzte Feldraine und Gräben, Gehölzstreifen etc.) sowie Nutzungsextensivierung. Hierbei sollen auf den Flächen der jeweiligen Eigentümer geeignete Lebensräume (wieder-)hergestellt werden – unter Einbindung relevanter Akteurinnen und Akteure aus Land- und Forstwirtschaft sowie Abbauunternehmern. Zudem geht das Projekt im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit neben den etablierten Maßnahmen wie Website und Pressearbeit auch außergewöhnliche Schritte: Es soll Wettbewerbe für das Projektlogo und die größte Unkenpopulation geben, einen „Unken-song-contest“ und ein „Unken-Quiz“, eine „Unken-Ralley“, prominente „Unkenpaten“ sowie ein Onlinespiel „Unkenschatz-Suche“.

Starke Basis für langfristigen Erfolg

Das Vorhaben setzt mit dem Maßnahmenkatalog wesentliche Aktionsfelder der Nationalen Biodiversitätsstrategie um: Artenschutz und Schutz der genetischen Vielfalt, Realisierung eines landesweiten Biotopverbundsystems, Förderung einer nachhaltigen Forst- und Landwirtschaft sowie naturverträglicher Abbaumethoden. Die Vernetzung mit regionalen und bundesweiten Projekten zum Amphibienschutz ist geplant bzw. bereits angestoßen; darunter das NABU-Projekt „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“ aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Nach Projektende werden notwendige Maßnahmen zur Sicherung des Lebensraums weitergeführt, einige davon sollen zu „Selbstläufern“ werden. Finanziert wird dies zum Teil über Mittel der Bayerischen Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien. Eine geplante Stiftung soll eine langfristige, unabhängige Finanzierung unterstützen.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Verantwortungsarten

Bundesland: Bayern

Laufzeit: Juli 2016 – Juni 2021

Gesamt-Finanzvolumen: 617.000 €

Projektträger: Trägergemeinschaft „Biodiversitätsprojekt Gelbbauchunke“ (Landkreise Freising, Altötting, Neuburg-Schrobenhausen, Bund Naturschutz in Bayern e. V.)

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Bayerischer Naturschutzfonds

Webseite: derzeit im Aufbau

Ansprechpartnerin:

Dr. Miriam Hansbauer
Landratsamt Freising
Landshuter Str. 31
85356 Freising
Telefon: +49 8161 600 432
E-Mail:  Miriam.Hansbauer@kreis-fs.de

Letzte Änderung: 25.01.2017

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