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Städte wagen Wildnis


Hannover: Wildnis in der Stadt: überwuchertes Hafenbahngleis in Hannover-Linden. ©Nora Kraack
Hannover: Wildnis in der Stadt: überwuchertes Hafenbahngleis in Hannover-Linden. ©Nora Kraack
Frankfurt: Verwilderter Nordpark Bonames an der Niddaschleife ©Umweltamt Stadt Frankfurt am Main
Frankfurt: Verwilderter Nordpark Bonames an der Niddaschleife ©Umweltamt Stadt Frankfurt am Main
Die Aneignung naturnaher Flächen in der Stadt beginnt. © Amt für Stadtentwicklung, Denkmalpflege und Geodienste der Stadt Dessau-Roßlau
Die Aneignung naturnaher Flächen in der Stadt beginnt. © Amt für Stadtentwicklung, Denkmalpflege und Geodienste der Stadt Dessau-Roßlau

Stadt und Wildnis werden häufig als Gegensätze wahrgenommen; wo das eine ist, kann das andere nicht sein. Das Projekt „Städte wagen Wildnis“ will diesen Gegensatz aufheben und geht innovative Wege beim Umgang mit innerstädtischen Grünflächen: Über ein neues „ästhetisches Leitbild“ soll sich die Einstellung und Akzeptanz der Bevölkerung bezüglich „wilder“, also extensiv bewirtschafteter Grün- und Sukzessionsflächen in der Stadt ändern.

Erfahrungen sammeln in drei Modellstädten

Die drei Modellstädte Dessau-Roßlau, Frankfurt a. M. und Hannover unterscheiden sich stark in ihrer Bevölkerungsentwicklung. In Frankfurt wächst die Bevölkerung schnell, in Dessau nimmt sie stark ab, während in Hannover schrumpfende und wachsende Stadtteile nebeneinander existieren. In allen drei Städten geht es um das Ausweiten, Aufwerten oder Sichern von Stadtgrün. Das Projekt unterstützt so das Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, die Durchgrünung von Siedlungen bis 2020 zu erhöhen.

Was bedeutet „Wildnis“ in der Stadt?

In Modellgebieten werden konventionell und intensiv gepflegte Grünflächen zu „Stadtwildnis-Gebieten“, die sich eigendynamisch entwickeln oder ein Mosaik unterschiedlicher Nutzungs- und Pflegeintensitäten bilden. Es sollen vielfältige und zugleich ästhetisch ansprechende Landschaftsstrukturen entstehen – Lebensräume wie Wald, Sukzessionsstadien, Auen und Grünland. Dabei werden neue extensive Formen der städtischen Grünflächenpflege mit geringem/keinem Pflegeaufwand erprobt und erforscht. Flächengestaltung und Kommunikation können jederzeit angepasst werden – auf Basis projektbegleitender ökologischer und sozialwissenschaftlicher Untersuchungen zum Zustand der Biodiversität und der Akzeptanz der Maßnahmen.

Wahrnehmung ändern, Umdenken erreichen, Handeln motivieren

Die Öffentlichkeitsarbeit – ein wichtiger Pfeiler des Projekts – umfasst lokale und projektübergreifende Maßnahmen mit bundesweiter Ausstrahlung. Im Fokus steht zum einen das Fördern von gesellschaftlichem Engagement und Freiwilligenarbeit für den Naturschutz; zum anderen eine „Wahrnehmungsschulung“: Die Erlebbarkeit verwilderter Flächen und das Vermitteln von deren Ökosystemleistungen soll die Akzeptanz von Stadtwildnis steigern. Als Abschlussbericht gibt es einen „best-practice-Leitfaden für Kommunen“ mit Erfolgs- und Effizienz-Bewertung. Andere Kommunen werden über das bundesweite Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e. V.“ angesprochen, an dem die beiden Modellstädte Frankfurt und Hannover beteiligt sind.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Sichern von Ökosystemdienstleistungen

Bundesland:  Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt

Laufzeit:   Juni 2016 – Mai 2021

Gesamt-Finanzvolumen:   4.481.785 €  

Verbundpartner: Stadt Frankfurt a. M., Stadt Hannover, Stadt Dessau-Roßlau, Leibniz-Universität Hannover, Bio-Frankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität e. V., Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Hochschule Anhalt Köthen

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Webseite: derzeit im Aufbau

Ansprechpartner:

Dr. Thomas Hartmanshenn
Stadt Frankfurt am Main
Galvanistrasse 28
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 069 - 212 39145
E-Mail:  thomas.hartmanshenn@stadt-frankfurt.de

Letzte Änderung: 10.08.2016

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