Bundesamt für Naturschutz

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Biodiversitätsstrategie Rheinland-Pfalz

Einführung

Die  Biodiversitätsstrategie ist eine Querschnittsaufgabe in Rheinland-Pfalz. Die Erarbeitung erfolgte in einem zweijährigen Dialogprozess mit den Ressorts der Landesregierung sowie den gesellschaftlichen Gruppen (Kammern, Verbände, Beirat). In einem Ministerratsbeschluss im November 2015 verpflichteten sich alle Ressorts, an der weiteren Umsetzung der Biodiversitätsstrategie mitzuwirken. Die Strategie gliedert sich in elf Handlungsfelder: Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Siedlung und Fläche, Klimaschutz und Energiewende, Tourismus und Natur erleben, Sport und Freizeit, Bildung und Ausbildung sowie Bürgerbeteiligung und Kommunikation. Darin werden Leitziele, Oberziele sowie konkrete Handlungsziele und Maßnahmenschwerpunkte genannt, ebenso Indikatoren und Leuchtturmprojekte.

Auswahl an Aktivitäten

1) Strategien, Programme, Instrumente

  • Der "kooperative Naturschutz" ist ein wichtiger strategischer Ansatz. Es werden positive Anreize zur Kooperation von Naturschutz und Landwirtschaft über den  Vertragsnaturschutz geschaffen. Ein Instrument ist der "Partnerbetrieb Naturschutz". Im Mittelpunkt stehen biodiversitätserhaltende Produktionsformen (z.B. Grünlanderhalt, Beweidung) und traditionelle Formen der Landnutzung (z.B. Wanderschafe, Streuobst).  
  • Ein Instrument zur Steigerung der Waldbiodiversität ist das "Biotopbäume, Altbäume und Totholzkonzept" ( BAT-Konzept). Das BAT-Konzept widmet in älteren Wäldern gezielt Baumgruppen dem Artenschutz. Damit wird das Entstehen von natürlichen Altersphasen ermöglicht. Besonders bedeutend sind dabei einzigartige Lebensraumtypen wie Rotbuchen-, Eichen- bzw. Auenwälder.
  • Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verlangt bis 2027 alle Gewässer in einem guten chemischen und ökologischen Zustand. Zentrale Herausforderungen sind daher die Renaturierung von Gewässern und Auen sowie die Durchgängigkeit der Flüsse und Bäche für Wanderfische. Das Förderprogramm  "Aktion Blau Plus" nimmt diese Aufgaben in den rheinland-pfälzischen Gewässern seit Jahren erfolgreich wahr.  

2) Schutz und Entwicklung von Lebensräumen

  • Das europäische Schutzgebietsnetz  "Natura 2000" ist ein zentraler Baustein. Für jedes Natura 2000-Gebiet wird einen Bewirtschaftungsplan erstellt. Dieser beinhaltet die Sicherung bzw. Wiederherstellung des guten Erhaltungszustandes besonders gefährdeter Lebensraumtypen (z.B. Moore, Grünlandhabitate) und die dauerhafte Sicherung der Natura-2000-Gebiete.  
  • Mit dem neuen  Nationalpark Hunsrück-Hochwald wird das Ziel zur Schaffung von 10 % Naturwaldfläche im Staatswald erreicht. Das Gebiet zeichnet sich aus durch ein besonderes Lebensraum- und Artenspektrum bei Flora und Fauna. Der Nationalpark wird in das Biotopverbundkonzept des Landes eingebunden. Ein Maßnahmenschwerpunkt ist die Erhaltung und Renaturierung der Moore als ursprüngliches Landschaftselement.
  • Der Rhein fließt auf fast 300 km durch Rheinland–Pfalz und prägt Landschaft und Lebensräume. Zu den bundesweit 30 "Hotspots der Biologischen Vielfalt" gehört der Oberrhein. Seine Auen sind Zentren der Artenvielfalt. Im Mittelpunkt steht das Projekt  "Lebensader Oberrhein - Naturvielfalt von nass bis trocken".

3) Schutz und Entwicklung von Arten und Artengruppen

  • Erfolgreiche Artenschutzprojekte in Rheinland-Pfalz wurden bzw. werden für Wildkatze, Uhu, Wanderfalke, Steinkauz, Schwarzstorch oder Lachs durchgeführt. Ab Frühjahr 2016 werden 20 Luchse im Biosphärenreservat Pfälzerwald ausgewildert. Das  LIFE–Projekt Luchse dauert sechs Jahre und beinhaltet auch Maßnahmen zur Akzeptanz- und Umweltbildung.

4) Bildung und Öffentlichkeitsarbeit / Naturschutzstiftungen

  • Die  Stiftung Natur und Umwelt  des Landes übernimmt sowohl in der Förderung von Maßnahmen wie auch in der Steuerung und Umsetzung von Projekten und der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wichtige Aufgaben. Zu den zentralen Projekten zählen "Bienen und Wildbienen", die Rückkehr des Wolfs und die "Wiederherstellung und der Erhalt von Mooren".

Letzte Änderung: 10.07.2015

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