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Energiepflanzenanbau und Biodiversität – Landwirte ackern zur Förderung der Biodiversität im Münsterland


Blick über die Baumberge zum Billerbecker Dom © Tanja Brüggemann
Blick über die Baumberge zum Billerbecker Dom © Tanja Brüggemann
Biene im Raps © Peter Lessmann
Biene im Raps © Peter Lessmann
Vielfalt im Blühstreifen © Wolfgang Ganser
Vielfalt im Blühstreifen © Wolfgang Ganser

Das Projekt ist Teil des Verbundprojektes „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“. Dieses erprobt im Rahmen von drei Teilprojekten in Modellregionen, wie die konventionelle Landwirtschaft zur Sicherung ausgewählter Ökosystemleistungen beitragen kann. Das jüngste Teilprojekt will im Münsterland den Energiepflanzenanbau optimieren und die Biodiversität stärken. Die Attraktivität der Kulturlandschaft und das Landschaftserleben profitieren ebenfalls davon.

Im Münsterland werden 40 % aller Schweine und über ein Viertel der Kühe und Rinder in NRW gehalten. Die landwirtschaftlichen Flächen unterliegen hier einem erheblichen Nutzungs- und Konkurrenzdruck: Auf den Äckern werden neben Lebens- und Futtermitteln zunehmend Energiepflanzen zur Biogasproduktion angebaut, v. a. Mais. Die Situation im Projektgebiet ist repräsentativ für weite Teile der futterbaulichen bzw. viehstarken Agrarregionen in ganz Deutschland. Eine Übertragung der Projektergebnisse soll daher kurzfristig und nachhaltig möglich sein.

Mit kooperativem Naturschutz zum Erfolg

Das Projekt verknüpft ökologische Maßnahmen zur Steigerung der Biodiversität im Projektgebiet gezielt mit dem Energiepflanzenanbau. Neben der Schaffung von Lebensraum für zahlreiche Arten geht es um die gezielte Förderung von Ökosystemleistungen in der offenen Agrarlandschaft. Die Diversifizierung des Energiepflanzenanbaus kommt bspw. den regulierenden Leistungen des Bodens zugute. Im Zuge des Projekts sollen auch Alternativen zum Maisanbau beworben werden. Dazu zählen Wildpflanzenmischungen, die zu einer attraktiveren Landschaft beitragen.

Für die erfolgreiche Umsetzung ökologischer Maßnahmen im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Nutzung gilt es folgende Frage zu beantworten: Wie können Maßnahmen wie Blühstreifen, extensiver Ackerbau, Gemenge- oder Zwischenfruchtanbau sowie Schonzeiten in bestehende Betriebsabläufe integriert werden? Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft bindet neben Naturschützern und Experten die Landwirte intensiv ein. Diese tragen mit ihrer Bereitschaft, Maßnahmen umzusetzen, wesentlich zum Erfolg des Projekts bei und können bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen für ihre Flächen und Abläufe aktiv mitbestimmen.

Bundesweite Bedeutung

Die enorme Flächenausdehnung für den Energiepflanzenanbau im Zuge der Energiewende  ist eine bundesweite Entwicklung, für die Lösungen gesucht werden. Sie wirkt sich auf die Biodiversität und Bodenqualität aus, hat Auswirkungen auf das Klima und betrifft das Bild der historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Die Erkenntnisse, die in diesem und den beiden anderen Teilprojekten ( „Summendes Rheinland – Landwirte für Ackervielfalt“ und  „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – Das Moselprojekt“) gewonnen werden, sind auf bundesweit relevante und ähnliche Naturräume übertragbar. Die bundesweite Strahlungswirkung wird durch die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit des DBV-Dachprojekts  „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“, die Entwicklung eines berufsständischen Netzwerks Naturschutz sowie ein Handbuch nach Projektende unterstützt.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Sichern von Ökosystemdienstleistungen

Bundesland: Nordrhein-Westfalen

Laufzeit: April 2015 – März 2021

Gesamt-Finanzvolumen: 777.808 €

Projektträger: Stiftung Westfälische Kulturlandschaft (SWK)

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Webseite:  www.lebendige-agrarlandschaften.de

 

Ansprechpartner:

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft (SWK)
Schorlemerstr. 11
48143 Münster

Christiane Baum
Tel.: 0251/ 4175 181
 baum@kulturlandschaft.nrw

Letzte Änderung: 31.05.2016

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