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Inwertsetzung von Klima- und Naturschutzmaßnahmen in den Nationalen Naturlandschaften Deutschlands (NNL)


Wald © Karl-Friedrich Sinner
Wald © Karl-Friedrich Sinner
Sonnentau © Stephanie Schubert
Sonnentau © Stephanie Schubert
Streuobstwiese © Europarc Deutschland
Streuobstwiese © Europarc Deutschland

In den Schutzgebieten der Nationalen Naturlandschaften (Nationalparks, Biosphärenreservate und bestimmte Naturparks) werden viele Naturschutzprojekte realisiert, die neben der eigentlichen Schutzleistung noch weitere Ökosystemdienstleistungen mit einem hohen gesellschaftlichen Nutzen erbringen. Beispielsweise führt die Wiedervernässung von Mooren dazu, dass mehr Kohlenstoff im Boden gebunden wird. Das ist im Sinne des Klimaschutzes wertvoll. Auch durch Wiederaufforstungen, Waldumbau oder Gehölzpflanzungen im Offenland können Treibhausgasemissionen wirksam reduziert und zugleich positive Effekte für den Erhalt der Biologischen Vielfalt erzielt werden. Solche Werte lassen sich standardisiert erfassen und dann auch monetär ausdrücken, und zwar als Preis für käuflich erwerbbare Zertifikate. Im Rahmen des Projektes „Inwertsetzung“ baut EUROPARC Deutschland e.V. effektive Vermarktungsstrukturen für den freiwilligen Zertifikatekauf durch umweltbewusste Unternehmen und Privatpersonen auf. So werden neue Finanzierungsmöglichkeiten für wichtige zusätzliche Klima- und Naturschutzmaßnahmen in den NNL erschlossen.

Klima- und Naturschutzleistungen kombiniert

Bei den Zertifikaten handelt es sich um sogenannte kombinierte Kohlenstoffzertifikate. Sie bilden nicht nur Klimaleistungen ab, sondern beinhalten auch zusätzliche Umwelt- und Naturschutzleistungen. Um deren Wert nachprüfbar erfassen und quantifizieren zu können, werden fachlich anerkannte Methoden und Standards benötigt, die im Rahmen des Vorhabens von dem Projektpartner DUENE e.V. erarbeitet werden. Für Moorprojekte gibt es bereits den MoorFutures-Standard, auf den hier weiter aufgebaut wird. Darüber hinaus werden im Rahmen des Projektes eigene Standards für Wald und Grünland entwickelt. Ziel ist es, auf Basis dieser Methoden verschiedene Projekttypen für Moor, Wald und Grünland in vier Pilotregionen in den NNL zu entwickeln und hieraus die Zertifikate zu generieren.

Vermarktungsplattform für Zertifikate

Durch den Verkauf der Zertifikate werden die verborgenen Leistungen in den Schutzgebieten der NNL sichtbar gemacht und in Wert gesetzt. Umweltbewusste Unternehmen als Käufer profitieren davon, dass sie die zertifizierten Leistungen als ihren freiwilligen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz gegenüber ihren Mitarbeitern und Kunden demonstrieren können. Damit die NNL als Anbieter der Zertifikate und die Unternehmen als Nachfrager zusammen finden, wird im Rahmen des Projektes eine passende Vermarktungsplattform aufgebaut, auf der EUROPARC Deutschland eine zentrale Vermittlerrolle übernimmt. Zu deren Aufgaben gehört die Entwicklung und Umsetzung einer effektiven Marketing- und Kommunikationsstrategie. Es geht darum, die in die Zertifikate einfließenden Leistungsangebote der NNL sowohl vor Ort in den Schutzgebieten als auch bei den interessierten Unternehmen zielgruppenspezifisch bekanntzumachen. Das soll Vertrauen aufbauen und den Verkauf der Zertifikate stimulieren.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Sichern von Ökosystemdienstleistungen

Bundesland: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen

Laufzeit: April 2015 - Mai 2019

Gesamt-Finanzvolumen: ca. 1.600.000 €

Projektträger: EUROPARC Deutschland e.V.

Projektpartner: Institut für Dauerhaft Umweltgerechte Entwicklung von Naturräumen der Erde (DUENE) e.V.

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) / Bundesamt für Naturschutz (BfN), Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Biosphärenreservat Rhön

Webseite: www.europarc-deutschland.de

 

Ansprechpartner:

Dr. Katja Arzt (Projektkoordination)

EUROPARC Deutschland e.V.
Pfalzburger Straße 43/44
10717 Berlin

Tel: 030 2887882-25
 katja.arzt@europarc-deutschland.de

Letzte Änderung: 18.12.2015

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