Bundesamt für Naturschutz

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Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt!


Summendes Rheinland. Biene auf Wiesen-Pippau. Foto: Stiftung Rheinische Kulturlandschaft/Sabine Stein
Summendes Rheinland. Biene auf Wiesen-Pippau. Foto: Stiftung Rheinische Kulturlandschaft/Sabine Stein
Traben-Trarbach © sunset man - Fotolia
Traben-Trarbach © sunset man - Fotolia
Biogasanlage hinter einem Rapsfeld © Stephan Leyk - Fotolia
Biogasanlage hinter einem Rapsfeld © Stephan Leyk - Fotolia

Mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Mit steigender Produktivität in der konventionellen Landwirtschaft geht vielerorts ein Verlust an Biodiversität einher. Der Erhalt der biologischen Vielfalt hat jedoch eine große Bedeutung für die Aufrechterhaltung wichtiger Ökosystemleistungen wie zum Beispiel der Bodenfruchtbarkeit und der Bestäuberleistung durch Insekten. Welche konkreten Beiträge die konventionelle Landwirtschaft zur Sicherung ausgewählter Ökosystemleistungen erbringen kann, soll im Rahmen dieses Verbundprojekts des Deutschen Bauernverbandes erprobt werden. 

Handlungsansätze für „Normallandschaften“

In drei Modellregionen werden beispielhaft gezielte Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, diese künftig auch auf andere Regionen zu übertragen. Bei den ausgewählten Projektgebieten handelt es sich um landwirtschaftlich intensiv genutzte „Normallandschaften“. Hier soll gezeigt werden, dass auch die konventionelle Landwirtschaft Antworten auf die aktuell drängenden Herausforderungen im Bereich Landwirtschaft und Naturschutz geben kann.

Der Deutsche Bauernverband übernimmt die Planung, Koordination und Kommunikation innerhalb eines Verbundprojekts. Als wichtigster Interessenverband der Landwirtschaft – er erreicht nahezu 90 Prozent aller Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland – kann er die Akzeptanz der Maßnahmen erhöhen. Die eigentliche Umsetzung konkreter Naturschutzmaßnahmen findet im Verbundvorhaben in eigenen Teilprojekten in den Modellregionen statt.

Teilprojekte mit eigenem Budget

Das Verbundprojekt umfasst neben dem hier dargestellten koordinierenden „Dachvorhaben“ des DBV die nachfolgend genannten Teilprojekte in Modellregionen: 

Teilprojekt Rheinland:  Summendes Rheinland – Landwirte für Ackervielfalt / Projektträger: Stiftung Rheinische Kulturlandschaft: Der Anbau blütenreicher Zwischenfrüchte und die Anreicherung von Strukturen in einer intensiv genutzten Ackerbauregion im Rheinland sollen Bestäuberdienstleistungen verbessern und den Schutz der biotischen und abiotischen Ressourcen unterstützen.

Teilprojekt Rheinland-Pfalz:  Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt / Projektträger: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.: Im Fokus stehen die Erhaltung und Förderung der biologischen und genetischen Vielfalt im Rahmen der weinbaulichen Nutzung von Steillagen an der Mittel- und Untermosel.

Teilprojekt Westfalen: Energiepflanzenanbau und Biodiversität – Landwirte ackern zur Förderung der Biodiversität im Münsterland / Projektträger: Stiftung Westfälische Kulturlandschaft: Ziel dieses Vorhabens ist es, den Energiepflanzenanbau zu optimieren und die Biodiversität im Münsterland zu stärken. Die geplanten Maßnahmen sollen zudem die Attraktivität der Kulturlandschaft und das Landschaftserleben steigern.

Kooperativer Naturschutzansatz

In den Modellregionen werden die durch landwirtschaftliche Nutzung beeinflussten Ökosystemdienstleistungen v. a. durch geeignete produktionsintegrierte Maßnahmen gesichert, verbessert oder wiederhergestellt. Die Maßnahmen werden kooperativ mit der Landwirtschaft umgesetzt, auf ihre Praktikabilität und den Nutzen für die biologische Vielfalt hin überprüft. Auch ihre ökonomische Bedeutung für die landwirtschaftlichen Betriebe wird untersucht. 

Aus den Projektergebnissen heraus wird ggf. auch ein Anpassungsbedarf der ordnungs- und förderrechtlichen Instrumente ermittelt und sie sollen in die Weiterentwicklung der Agrar- und Umweltpolitik integriert werden. Die Maßnahmen werden von einer intensiven Kommunikations- und Öffentlichkeitsstrategie unterstützt. Sie soll die Bedeutung der biologischen Vielfalt und zielführender Schutzinstrumente sowie kooperativer Naturschutzansätze fester im gesellschaftlichen Bewusstsein verankern. Damit soll auch die Bedeutung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Nutzung für die Sicherung von Ökosystemdienstleistungen kommuniziert werden. 

Netzwerk Naturschutz: Beratung „von Bauern für Bauern“

Um die Erkenntnisse aus den Teilprojekten auch über die jeweilige Projektregion hinaus zu verbreiten, ist der modellhafte Aufbau eines Netzwerks Naturschutz „von Bauern für Bauern“ vorgesehen. Langfristiges Ziel ist die Etablierung einer berufsständisch getragenen Naturschutzmanagement- und -informationsstelle, die in bereits bestehende Beratungsstrukturen integriert werden soll. In Verbindung damit soll ein bundesweit einsetzbares Praxishandbuch mit Naturschutzmaßnahmen für landwirtschaftliche Betriebe herausgegeben werden, das alle Ergebnisse aus dem Verbundvorhaben bündelt. 

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Ökosystemleistungen

Bundesland: Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen

Laufzeit: Dezember 2014 bis Dezember 2020

Gesamt-Finanzvolumen: 737.548 €

Projektträger: Deutscher Bauernverband e. V. (DBV)

 

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Landwirtschaftliche Rentenbank

Webseite: im Aufbau (Stand April 2015)

 

Ansprechpartner im Auftrag des BfN:

Programmbüro des Bundesprogramms Biologische Vielfalt im
Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn

Tel: 0228 3821 1809 (Sekretariat)
 programmbuero-bpbv@dlr.de

Letzte Änderung: 31.05.2016

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