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Steillagenweinbau schafft Vielfalt – Das Moselprojekt


Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) © Yvonne Stadtfeld - Fotolia
Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) © Yvonne Stadtfeld - Fotolia
Weintrauben in der Hand - Vine Grapes © DOC RABE Media - Fotolia
Weintrauben in der Hand - Vine Grapes © DOC RABE Media - Fotolia
Pündericher Marienburg Mosel bei Pünderich Rheinland Pfalz © ah_fotobox - Fotolia
Pündericher Marienburg Mosel bei Pünderich Rheinland Pfalz © ah_fotobox - Fotolia

Das Weinbaugebiet Mosel ist das größte Steillagenweinbaugebiet der Welt. Seine Rieslingweine sind weltberühmt. Der jahrhundertelange Weinbau prägt nicht nur das einzigartige Landschaftsbild des Moseltals. Er hat auch besondere Ökosysteme mit einer Trockenheit und Wärme liebenden Tier- und Pflanzenwelt geschaffen. Die Erhaltung dieser attraktiven Kulturlandschaft und ihrer biologischen Vielfalt sind von der naturverträglichen Bewirtschaftung der teilweise extrem steilen Weinberge abhängig. Dies ist  heute für die Winzerbetriebe allerdings ökonomisch oft nicht mehr rentabel. Die Folge ist eine zunehmende Aufgabe und Verbrachung solcher Weinberge. 

Ziel

Das Moselprojekt des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau e.V. will Winzerinnen und Winzer ermutigen, die Flächen weiter nachhaltig zu bewirtschaften und sich aktiv für den Erhalt der Landschaft und ihrer typischen biologischen Vielfalt einzusetzen. Ziel ist es, die spezifische Diversität, die genetischen Ressourcen und die Schönheit der Landschaft sowie die wichtigen Ökosystemleistungen zu sichern. Durch Information, finanzielle Anreize und eine enge Zusammenarbeit mit dem örtlichen Naturschutz soll die Akzeptanz gegenüber Naturschutzmaßnahmen im Weinberg gesteigert sowie konkret auf einzelne Flächen abgestimmte Maßnahmen eingesetzt werden. Das Projekt spricht neben der Winzerschaft auch die örtliche Bevölkerung und Tourismuswirtschaft an. Projektregion sind ausgewählte Steillagen an Mittel- und Untermosel. 

Beispielhaftigkeit

Im Zuge des Projektes werden Maßnahmen entwickelt, die sowohl in den biologischen als auch in den konventionellen Weinbau sinnvoll und nachhaltig integriert werden können. Es werden beispielhafte Maßnahmen gefördert, die jeweils deutlich über ohnehin bestehende Auflagen hinausgehen. Die Erarbeitung eines Leitartenkataloges mit entsprechenden Schutzmaßnahmen für Tier- und Pflanzenarten, Informationsveranstaltungen, Workshops und Exkursionen tragen zur Aufklärung und Information bei. Durch die Kontakte zum Steillagenzentrum des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Mosel (DLR) können die gewonnenen Erkenntnisse und das Fachwissen unmittelbar in die Weinbau-Ausbildung einfließen.

Maßnahmen

Zu den durch das Projekt geförderten Naturschutzmaßnahmen im Weinbau zählen die fachgerechte Begrünung und Pflege von Rebzeilen, die Förderung von blühenden Saumstrukturen als Nahrungsangebot und Vernetzungselemente, die ökologische Aufwertung von Rest- und Zwickelflächen als Nischen für Tiere und Pflanzen sowie die Rekultivierung verbuschter und brachliegender Weinbergsflächen. Alle Maßnahmen basieren auf einer individuellen fachlichen Analyse der jeweiligen Fläche und fördern gezielt die regionale Flora und Fauna. So werden Begrünungsmischungen mit autochthonen Pflanzen ergänzt und Strukturelemente wie Insektenhotels, Lebenstürme, Lesesteinhaufen und Sträucher etabliert. 

Die Maßnahmen des Projekts gehen über bereits bestehende Förderprogramme des Landes, des Bundes und der EU hinaus und fördern gezielt die regionale Biodiversität.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Ökosystemleistungen

Bundesland: Rheinland-Pfalz

Laufzeit: Dezember 2014 - Dezember 2020

Gesamt-Finanzvolumen: 881.869 €

Projektträger: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

Fördergeber: Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Landwirtschaftliche Rentenbank

Webseite:  www.lebendige-agrarlandschaften.de

 

Ansprechpartnerinnen:

Anne Buchsbaum
Angela Holly-Keelan

BWV Bauern- und Winzerverband
Rheinland-Nassau e. V.
Karl-Tesche-Straße 3
56073 Koblenz

Tel: 0261 98851015
 moselprojekt@bwv-net.de

 

 

Letzte Änderung: 31.05.2016

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