Bundesamt für Naturschutz

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Dialogforum „Bundesprogramm Biologische Vielfalt – Auen- und Gewässerprojekte“

Good-Practice für eine naturnahe Auenentwicklung und einen naturgerechten Hochwasserschutz

Das Bundesamt für Naturschutz veranstaltete am 4./5. Dezember 2014 das Dialogforum „Bundesprogramm Biologische Vielfalt – Auen- und Gewässerrojekte“. Erste Ergebnisse aus laufenden Vorhaben boten Good-Practice Beispiele für eine naturnahe Auenentwicklung und einen naturgerechten Hochwasserschutz im Zusammenwirken mit den gesellschaftlichen Interessen vor Ort.

Rund 100 Teilnehmer/Innen aus Naturschutz und Wasserwirtschaft diskutierten die Erfahrungen, die in Projekten des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gesammelt worden sind. Dabei ging es um Vorhaben wie „Lebendige Luppe – attraktive Auenlandschaft als Leipziger Lebensader“, das unter Leitung der Stadt Leipzig um-gesetzt wird, oder „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“, des NABU Rheinland-Pfalz und NABU Baden-Württemberg. 

Begrüßung durch Frau Prof. Dr. Jessel
Blick ins Auditorium

Flussauen erfüllen vielfältige, komplexe Aufgaben

„Deutschlands Flussauen sind mehr als attraktive Landschaften und nationale Hotspots der biologischen Vielfalt. Sie leisten für unsere Gesellschaft wichtige Beiträge zum Hochwasserschutz und zur Sicherung einer hohen Wasserqualität. Hochwasserspitzen werden reduziert und Stickstoff- und Phosphor-Belastungen aus Überdüngung zurückgehalten. Auenschutz ist eine komplexe Aufgabe, die das Zusammenwirken der verschiedenen gesellschaftlichen Interessen vor Ort erfordert“, so Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. 

Fachaustausch: Kooperation, Gebietsentwicklung und Evaluation

Arbeitsgruppe
Arbeitsgruppe bei der Diskussion

Die Schwerpunkte des Austauschs bildeten gute Kooperationsansätze und geeignete Kommunikationsmaßnahmen sowie ein Fachforum zum Thema Gewässer und Auen mit Martin Nußbaum von der Bezirksregierung Köln; er ist verantwortlich für die Wasserwirtschaft vor Ort. Diskutiert wurden auch Methoden der Evaluation, die dazu beitragen, Entwicklungsfortschritte besser zu erfassen und sichtbarer zu machen. Es wurde offensichtlich, dass die Menschen und Interessensgruppen vor Ort frühzeitig einbezogen werden müssen; nur so erreichen die Gewässerprojekte eine hohe Akzeptanz und Realisierbarkeit. Dabei sollte insbesondere die Zusammenarbeit von Naturschutz und Wasserwirtschaft gut funktionieren: Es ist notwendig, die komplexen technischen und ökologischen Ansprüche beider Bereiche eng miteinander zu verzahnen. Ein unerlässliches Instrument zur erfolgreichen Steuerung der Projekte ist eine regelmäßige und langfristige naturwissenschaftliche und sozioökonomische Bewertung, um Informationen über die Abläufe und Resultate zu erhalten.