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Arnica montana – Übertragbares Managementkonzept


Arnikaprofil. Foto: Claudia Hepting
Arnikaprofil. Foto: Claudia Hepting
Einmessen der Flächen. Foto: Andreas Titze
Einmessen der Flächen. Foto: Andreas Titze
Arnikablüte. Foto: Martina Förster
Arnikablüte. Foto: Martina Förster

Arnica montana, Arnika oder Berg-Wohlverleih genannt, ist eine in Mitteleuropa beheimatete Blütenpflanze, für die Deutschland aufgrund der Lage im Verbreitungszentrum eine besondere Verantwortung trägt. In den letzten Jahren sind die Bestände in Deutschland wie in ganz Europa dramatisch eingebrochen, vor allem an Standorten im Tiefland (unter 500 Meter). Woran das liegt, ist bisher nur in Ansätzen verstanden. Das Projekt „Arnica Montana“ wird zum einen die Hintergründe des Rückgangs am Beispiel von Beständen und Standorten in Mittelhessen genauer erforschen. Zum anderen wird es darauf aufbauend ein deutschlandweit übertragbares Managementkonzept für den Erhalt der Art entwickeln und erproben. An dem vom BMUB/BfN und BMBF gemeinsam geförderten Verbundprojekt sind als Umsetzungspartner der Botanische Garten Marburg und als Forschungspartner die Universität Marburg und die Hochschule Geisenheim beteiligt.

System zur Genotypisierung

Als mögliche Auslöser des Rückgangs von Arnica montana werden zum einen nicht geeignete Bewirtschaftungsweisen und eine zu hohe Nährstoffversorgung der Standorte gesehen. Zum anderen werden auch genetische Ursachen vermutet. Denn durch die anhaltende Verringerung und Fragmentierung der Bestände könnte es zu Inzuchteffekten kommen. Um diese überhaupt erfassen zu können, wird im Rahmen des Projektes erstmals ein standardisiertes System zum genetischen Monitoring der Art entwickelt. Anhand von sogenannten Mikrosatelliten-Markern können Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb von Populationen ermittelt werden. Solche Informationen sollen helfen, verbesserte Flächenpflegemaßnahmen zu entwickeln.

Regeneration von Beständen

In einem weiteren Teilprojekt stehen Langzeitversuche im Fokus. Mit den Freilandexperimenten wird getestet, wie sich die Wirksamkeit gängiger Maßnahmen zum Erhalt und Rehabilitation der Arnika-Bestände verbessern lässt. Es geht sowohl um Eingriffe vor Ort an bestehenden Standorten, indem dort zum Beispiel offene Bodenflächen geschaffen werden, auf denen die Arnika-Samen besser keimen können. Hier kann das Projekt auf den Erfahrungen eines Projekts im Fichtelgebirge aufbauen, das ebenfalls im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert wird (weitere Informationen finden Sie  hier). Daneben wird im vorliegenden Projekt auch das Potenzial von ex situ-Maßnahmen untersucht, darunter die Effektivität gezielter Anzucht und Kreuzungen verschiedener Arnika-Populationen, um mögliche Inzucht-Effekte auszugleichen.

Wissenstransfer in die Naturschutzpraxis

Die Forschungsergebnisse über den Einfluss von populationsgenetischen und standortbezogenen Faktoren dienen schließlich dazu, in der zweiten Hälfte der Projektlaufzeit auf die jeweiligen Standorte zugeschnittene Maßnahmen zur Regeneration der Arnika-Bestände zu entwickeln. Durch die Einbindung lokaler Akteurinnen und Akteure und den gezielten Wissenstransfer soll eine nachhaltige Pflege und Sicherung der Populationen angestoßen werden. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen wird im Rahmen des Projektes am Ende ein deutschlandweit übertragbares Managementkonzept zur langfristigen Sicherung der Tieflandbestände von Arnica montana erarbeitet.

Projekt-Steckbrief

Förderung auf der Basis der Bekanntmachung des