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Entwicklung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume in Schleswig-Holstein


Artenreiche Wiese. Foto: B. Rickert
Artenreiche Wiese. Foto: B. Rickert
Arnika. Foto: B. Rickert
Arnika. Foto: B. Rickert
Thymian und Hasenklee. Foto: B. Struwe-Juhl
Thymian und Hasenklee. Foto: B. Struwe-Juhl

Artenreiches Grünland, das fast ein Drittel der heimischen Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands beherbergt, geht bundesweit zurück. Besonders betroffen ist Schleswig-Holstein, das seit Anfang der 1990er Jahre 17.000 ha an Wertgrünfläche verloren hat, u. a. durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft. Derzeit wird der Umfang alten artenreichen, naturschutzfachlich wertvollen Grünlands auf nur noch ca. 3.000 ha geschätzt.

Planungsschritte und Umsetzung

Schleswig-Holstein hat für mehr als 160 Pflanzenarten eine besondere biogeografische Verantwortung. Dem fortschreitenden Biodiversitätsverlust in diesem Bundesland begegnet die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein jetzt mit der Wiederherstellung artenreicher Grün- und Offenland-Lebensräume auf einer Gesamtfläche von etwa 2.500 ha. Dazu erfolgen auf 10 % der Flächen sogenannte Initial-Restitutionen. Durch weitere Pflegemaßnahmen wird dann eine Arteneinwanderung in die umgebenden Bereiche ermöglicht. Projektgebiete sind Naturschutzflächen in Schleswig-Holstein mit einer bundesweiten Relevanz im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der öffentlichen Hand und weiterer Partner. 

Neben erprobten Methoden wie der Mahdgutübertragung und dem Einsatz von Regiosaatgut erfolgt eine Ex-Situ-Vermehrung von besonders wertgebenden Arten in der Arche-Gärtnerei des Archepark Eggebek. Besondere Berücksichtigung finden dabei Grün- und Offenlandarten, für die Deutschland eine besondere Verantwortung hat, wie beispielsweise dem Berg-Wohlverleih, Breitblättrigen Knabenkraut und Streifen-Klee  

Das Projekt dient als Best-Practice-Beispiel für die großflächige Wiederherstellung artenreicher Grün- und Offenlandflächen in Deutschland. Es stellt den Aufbau der erforderlichen Strukturen dar, liefert praxisreife logistische Entscheidungs- und Kalkulationsgrundlagen und zeigt Verfahrensketten beispielsweise für Planungsbüros und Straßenbauverwaltungen auf. Neben einem Handlungsleitfaden wird im Rahmen des Projekts auch das Spenderflächenkataster Schleswig-Holstein weiter ausgebaut und mit Leben gefüllt. Zusammen mit der Erzeugung von Nachfrage nach Saatgut und Pflanzenmaterial schafft das Projekt so die strukturellen Voraussetzungen, das die ab 2020 gesetzlich vorgeschriebenen Anwendung autochthonen Saatguts (§ 40 BNatschG) für die Eingriffsregelung erfolgreich umgesetzt werden kann.

Ausblick und Visionen

Mit einer erfolgreichen Durchführung könnte der Bestand des wertgebenden Grünlands in Schleswig-Holstein langfristig fast verdoppelt werden. Die Sicherung gefährdeter Farn- und Blütenpflanzenbestände und die Regenerierung gebietstypischer Offenlandpopulationen stärken zudem den Bestand offenlandtypischer Tierarten. So leistet das Projekt nicht nur einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt, sondern auch der Eigenart und Schönheit der Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein.

Projekt-Steckbrief

Förderschwerpunkt: Weitere Maßnahmen

Bundesland: Schleswig-Holstein

Laufzeit: 01.04.2014 bis 31.03.2020

Gesamt-Finanzvolumenca. 4,5 Mio. Euro    

Projektträger: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

Projektpartner: keine

Fördergeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Bundesamt für Naturschutz (BfN